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Die flächendeckende Breitbandversorgung war erneut Thema im Rötzer Bauausschuss
Rötz. Um die Möglichkeiten eines zukunftsorientierten Ausbaues eines Breitbandsystems auszuloten, hatte Bürgermeister Ludwig Reger in der vergangenen Woche den Bau-und Umweltausschuss noch einmal zu einer Sitzung einberufen. Bei der 'letzten Sitzung hatte Klaus Dirscherl die LTE-Funktechnik ins Spiel gebracht und den Bürgermeister auf die Palme, denn die Stadt ist drauf und dran, sich ans Glasfaser-netz anzuschließen.
Zur jüngsten Sitzung nun hatte der Bürgermeister Klaus Schedlbauer, Wirtschaftsreferent am Landratsamt Cham, eingeladen. Dieser sollte über die Breitbandversorgung im Landkreis Cham informieren. Reger hatte sich aber schon vorab beim Bayerischen Gemeindetag schlau gemacht und nahm das Ergebnis dieser Zusammenkunft schon vorweg: Eine flächendeckende Breitbandversorgung braucht beides: Funk und Glasfaser.
Die Funklösung ist für dünn besiedelte Gebiete und Einöden/Weiler, die vom Glasfaserkabel nicht erfasst werden, das Medium der Wahl. Größter Nachteil ist, dass die Leistung des Funknetzes mit der Zahl der gleichzeitigen Netznutzer sinkt.
Über die Strategie des Landratsamtes, wie der Landkreises mit schnellem Internetzugang versorgt werden kann, berichtete schließlich Klaus Schedlbauer dem Gremium. Tatsächlich sei fast der gesamte Landkreis mit einem Megabit/Sekunde erfasst. Viel zu wenig, um damit „arbeiten" zu können.
Tatsächlich verfüge der Landkreis, so Schedlbauer, mit 23 digitalen Vermittlungsstellen über die höchste Dichte mit einem Leistungsangebot von 100 Megabit/Sekunde. Elf Kommunen sind derzeit dabei, auf Glasfaserkabel umzustellen, neun sind damit schon fertig, weitere 20 sind in der Planung, erzählte Schedlbauer. Nachdem die Deutsche Telekom ihr Desinteresse an einem Glasfasernetz für den Landkreis Cham deutlich gemacht hat, entschied sich der Landkreis zur Selbsthilfe und entwarf ein Konzept für ein eigenes Glasfaser-netz. Da es finanziell nicht möglich ist, jeden Haushalt per Glasfaser zu erschließen, kam man auf die Idee, wenigstens die 734 Kabelverteiler-schränke im Landkreis per Glasfaser zu verbinden um damit ein tragfähiges Netz zu schaffen. Von diesen Kabelschränken bis zu den einzelnen Haushalten würden wie bisher die vorhandenen Kupferkabel genutzt. Ziel wären realistische 25 Megabit/Sekunde, die allerdings mit weiterer Entfernung abnähmen, so Schedlbauer.
Hier komme „amplus" ins Spiel, die Firma, die im Landkreis das Glasfasernetz aufbauen will und dabei auf bestehende Glasfaservernetzungen von „E.on" und „Mero" zurückgreifen kann. Derzeit werde in den Kommunen das Anlegen von Leerrohren diskutiert, sagte Schedlbauer, wofür nun eine „Bundesrahmenleerrohrregelung" geschaffen wurde.
Für die LTE (Long-Therm-Evolution)-Funk-Technologie sei die Grundversorgung bereits abgeschlossen, teilte Schedlbauer dem Gremium mit. Bestückt wurden mit einem Sender/Empfänger bereits der Mast auf dem Schwarzwihrberg und am Birkenberg südlich von Rötz.
Klaus Schedlbauer erläuterte schließlich die Fördersituation, die sich in den kommenden Jahren zielgerichtet an strukturschwachen Gebieten orientieren will. Tatsächlich wird es eine Breitbandversorgung im Landkreis nicht ohne staatliche Förderung geben können. Der Landkreis sei gefordert, den Ausbau zu koordinieren und in Angriff zu nehmen.
Quelle: Chamer Zeitung |