Ast wir optimal mit Breitband erschlossen

Stadtrat stimmt Ausbau mit Glasfaser zu — Durchführung aber von Förderung abhängig
Waldmünchen. (ab) Die Internetversorgung hat am Dienstag erneut den Stadtrat beschäftigt. Bürgermeister Markus Ackermann erinnerte daran, dass im Gemeindegebiet bereits eine flächendeckende Grundversorgung realisiert worden ist. Bei der Breitbandinitiative Bayern gehe es nun darum, den jeder Kommune zur Verfügung stehenden Restbetrag von 100 000 Euro in Wert zu setzen und nicht verfallen zu lassen. Laut Ackermann ist eine breitbandige Verbindung zwischen Waldmünchen und Ast geplant - mit dem Vorteil, dass das Gewerbegebiet und die Ortschaft Ast optimal erschlossen würden und später vom „Knoten Ast" weiterverteilt werden könne.

Vorausgegangen sind das vorgeschriebene Verfahren nach der Breitbandrichtlinie, eine Bedarfsabfrage für erhöhten Bedarf von Gewerbebetrieben in Ast sowie ein Markterkundungs- und Auswahlverfahren. Wie das Stadtoberhaupt mitteilte, gingen zwei Angebote ein: von der Firma amplus, Teisnach, die einen Ausbau mit Glasfaserkabel vorsieht, und von der Firma Internet & Go, die eine Richtfunklösung anbietet. Beide Angebote habe man von einer Fachstelle auswerten lassen. Trotz des deutlichen Preisunterschiedes - die Gesamtkosten belaufen sich bei amplus auf 213 000 Euro und bei Internet & Go auf 60 469,60 Euro - sei amplus der Vorzug zu geben. Es könnten alle Haushalte und Gewerbetreibenden mit der im Auswahlverfahren vorgegebenen Mindestbandbreite versorgt werden. Im Angebot von „Internet & Go" könne eine Versorgung nicht nachvollziehbar dargestellt werden, da kein technisches Konzept vorhanden sei. Zudem seien die Endkun denpreise (monatlich 109,99 Euro bei bis zu 16 000 Kbit/s beziehungsweise 139,99 Euro bei 50 000 Kbit/s) nicht marktgerecht.

Ackermann teilte mit, dass der Förderantrag „Kummulationsgebiet Ast" am 26. Oktober bei der Regierung der Oberpfalz eingereicht wurde. Dem Antrag lägen Gesamtkosten von 213 000 Euro zu Grunde, davon 75 500 Euro Zuwendungen und 137 500 Euro Eigenmittel der Stadt. „Eine Förderentscheidung steht noch aus", so das Stadtoberhaupt.

Stadtrat Manfred Ruhland äußerte bezüglich der hohen Eigenmittel Bedenken. Da Funktechnik deutlich günstiger sei, hielt er es für sinnvoll, einen anderen Anbieter zu finden. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass es sich für die meisten Anbieter nicht lohne. Sollte es für den Ausbau mit Glasfaser letztendlich keine Förderung geben, müsse man das Vorhaben noch einmal behandeln.

Martin Frank begrüßte es generell, dass die Stadt hier tätig wird, obwohl es sich nicht um eine zwingende kommunale Aufgabe handelt. Ackermann versicherte, dass der Breitbandausbau den Stadtrat immer wieder beschäftigen werde und man hier den Anschluss nicht verpassen dürfe. Da der Landkreis keine Initiative ergreife, müssten die Kommunen selbst tätig werden. „Wir stimmen uns aber mit dem Landkreis ab", so Ackermann.

Stefan Paa wollte wissen, welche Entgeldnutzung die Stadt für das Glasfaserkabel bekommt. Für die Abwicklung gebe es bestimmte Vorgaben, das Ganze rechne sich aber nicht auf ein oder zwei Jahre, wie der Bürgermeister sagte. Da sich der Bund aus der Grundversorgung zurückgezogen hat, gehe es nun um die Frage, ob man Lebensqualität nur nach wirtschaftlichen Kriterien anbietet oder ein Angebot im Sinne der Bürger schafft.

„Wir denken einen Schritt zu weit und müssen erst den Förderbescheid abwarten", meinte Karl-Heinz Hendl. Wenn man Ast optimal ausbaut, dürfe man nicht vergessen, dass man noch andere Ortsteile hat, die das . Gleiche forderen, warnte Manfred Ruhland. „Irgendwann muss man anfangen", konterte Hendl. Der Bürgermeister war der Ansicht, dass man einen Nachteil habe, wenn man das Glasfaserkabel nicht biete.

Das sah schließlich auch das Gremium so und beschloss die Durchführung der Maßnahme im Jahr 2012 mit der Vorgabe, dass die Förderung realisiert werden kann. Entsprechende Haushaltsmittel seien bereitzustellen und nach Eingang des Förderbescheids sei die Firma amplus zu beauftragen. 

Quelle: Chamer Zeitung

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