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Schnelles Internet im ländlichen Raum rückt näher PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Samstag, den 22. Mai 2010 um 21:37 Uhr

Poker um Mobilfunk-Frequenzen beendet - Ausbau soll zügig beginnen - Ziel der Regierung wackelt
Mainz. (dpa/apn) Die Mobilfunkunternehmen wollen nach dem Ende der Frequenz-Versteigerung nun möglichst schnell mit dem Ausbau der Netze beginnen.

Die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica 02 und E-Plus zahlen — wie am Freitag bereits kurz berichtet — insgesamt 4,4 Milliarden Euro für die neuen Sendebereiche und müssen als erstes den ländlichen Raum mit schnellen Internetverbindungen ver
sorgen.

Die Bundesnetzagentur zog eine positive Bilanz des wochenlangen Pokers. „Wir haben ein realistisches Ergebnis, das dem Marktwert entspricht", sagte der Chef der Netzagentur, Matthias Kurth, am Freitag in Mainz. Ziel der Auktion sei es nie gewesen, die Einnahmen des Staates zu maximieren. Analysten und Ratingagenturen hatten mit wesentlich höheren Einnahmen gerechnet.

„Niemand ist leer ausgegangen. Alle Bieter konnten ihr Spektrum mehr als verdoppeln", betonte der Netzagentur-Chef. Am Donnerstagnachmittag war der Hammer gefallen. Sechs Wochen lang hatten die vier deutschen Mobilfunkbetreiber für ein Frequenzpaket von insgesamt 360 Megahertz gesteigert. Das ist mehr Spektrum als bislang in Deutschland überhaupt für Mobilfunk zur Verfügung steht. Die Bundesrepublik übernehme damit eine Vorreiterrolle in Europa, sagte Kurth. „Wir können in Deutschland jetzt die neuesten Mobilfunktechnologien in der Praxis aufbauen."

Die neuen Frequenzen sollen dazu genutzt werden, Internet auf dem Land auszubauen. Außerdem wollen die Mobilfunkanbieter ihre Netze für den erwarteten Boom von mobilen Datendiensten wappnen. Besonders begehrt war deshalb die sogenannte Digitale Dividende — Frequenzen, die durch die Umstellung des Rundfunks auf Digitaltechnik frei geworden sind. Aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften breiten sich diese Frequenzen im Bereich von 800 Megahertz besonders gut in der Fläche und in Gebäuden aus.

Die sechs Blöcke teilten Telekom, Vodafone und Telefónica 02 unter sich auf und zahlten allein dafür zusammen 3,6 Milliarden Euro. Die Digitale Dividende dürfen die Anbieter gemäß der Auflagen der Bundesnetzagentur zunächst nur in der Fläche verwenden, um die sogenannten„Weißen Flecken" zu schließen. Der Ausbau der Netze soll nun möglichst schnell beginnen. Telefónica und Vodafone wollen bis zum Ende des Jahres erste Verbindungen mit dem neuen Mobilfunkstandard Long Term Evolution (LTE) anbieten, der vor allem für Datenverbindungen gedacht ist und Übertragungsraten von bis zu 100 Megabit je Sekunde. Die Telekom rechnet mit den ersten Geräten Anfang 2011. Damit wackelt das Ziel der Bundesregierung, bis Ende des Jahres mithilfe von Funktechnologien flächendeckend für Internetanschlüsse von einem Megabit je Sekunde zu sorgen.
 

 

Quelle: Chamer Zeitung

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 24. Mai 2010 um 15:35 Uhr